• Lisa commented on the post, grasped 3 months ago

    Auch Gras hat eine spezifische Geschwindigkeit. Du brauchst dir nur die Spitzen der Halme anschauen. Sie wiegen sich nach rechts und nach links, aber alle in einem unterschiedlichen Rhythmus, der dann wieder ein Gesamtbild verschiedener Grünnuancen und -schattierungen ergibt.

  • Lisa commented on the post, flailing 3 months ago

    Es ist ganz leicht. Du hast zwar das Gefühl, deinen Körper nicht mehr unter Kontrolle zu haben, dass deine Arme und Beine hierhin und dorthin flattern, sich verknoten, mit dem Wind in höhere Lagen getragen werden. Aber lass dich einfach darauf ein, du wirst anders sein, hinterher, flexibler irgendwie und ein neuer Mensch.

  • Lisa commented on the post, learn 3 months, 1 week ago

    Ich muss lernen zu warten. Damit meine ich nicht, die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu tun. Nein. Ich will (nicht ich muss!) lernen, die Dinge zu tun und zu warten, bis sie sich zum Guten wenden. Oder bis ich selbst das Gute in ihnen sehen kann. Ich darf alle Geduld der Welt haben. Jetzt.

  • Lisa commented on the post, plays 3 months, 2 weeks ago

    Wenn ich spiele, dann vergesse ich, was draußen um mich herum passiert. Ich gebe mich ganz hinein, ich höre nach innen, ich bin “in der Zone”, wie es einer meiner momentanen Lieblingsschriftsteller sagt, ich bin jenseits von Gut und Böse. Ich sehe, ich höre, ich rieche, ich spüre und ich bin ganz da und ganz woanders.

  • Lisa commented on the post, promise 4 months, 2 weeks ago

    Als ich leise die Tür hinter mir schloss, schrie sie mir aus voller Kehle nach: “Du wirst schon sehen, was du mir angetan hast! Ich verspreche dir, ich verspreche dir …” Dann folgte ein markerschütternder Schrei und ich nahm die Beine in die Hand und zwang mich zu laufen. Ich kam mir vor wie eine dieser Märchenfiguren, die wissen, dass sie mit einem Fluch belegt werden, wenn sie sich nur einmal umdrehen und zurückschauen.

  • Lisa commented on the post, officers 4 months, 3 weeks ago

    Wenn ich an Soldaten denke, dann sehe ich steif dastehende Uniformierte mit roten Mützen, die verlegen lächeln, die heimlich grobe Witze reißen, die immer wieder sagen, dass sie gerne bei der Armee sind, aber wenn niemand hinschaut, da zählen sie die Tage, die sie noch überstehen müssen, bis sie wieder ins normale Leben zurück können.

  • Lisa commented on the post, fire 5 months ago

    Der Feuerwehrmann sah schwarz. Über den Wolken war rot der Sonnenuntergang zu sehen. Wie kann die Sonne untergehen, wenn es Mittag ist? Wie kann sie untergehen, wenn sie im Zenit steht? Und wozu ist es hier jetzt so dunkel? Das muss das Feuermonster mit seinem Verwirrspiel sein.

  • Lisa commented on the post, actual 5 months ago

    Aktuell ist bei mir nichts los. Ich sitze manchmal und meistens schlafe ich. Wenn ich sitze, schaue ich vor mich hin. Ich sehe bunte Kreise an der Wand, die tanzen und ich höre eine wilde Musik, mit trommelden Bässen, und viel weißes gleißendes Licht. Davon werde ich müde und dann muss ich schlafen, egal, ob es Tag oder Nacht ist. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie es draußen auf der Straße aussieht.

  • Lisa commented on the post, game 5 months, 1 week ago

    Das Spiel ist aus, mein Freundchen. Nimm deine Sachen und geh. Ja, auch die Turnschuhe. Na mach schon! Brauchst gar nicht so zu gucken! Nimm deinen Kram und hau ab. Und lass dich ja nicht noch einmal hier blicken. Bei mir hast du’s für immer verschissen.

  • Lisa commented on the post, stir 5 months, 1 week ago

    Ein Stier ist ein Tier. Es hat einen dicken Nacken. Die Frau vom Stier ist die Kuh. Und wer ist dann der Ochse? Ist der Ochse ein kastrierter Stier? Ich weiß nicht, warum die Menschen solche Barbereien machen. Also, sie haben schon ihre Gründe. Ein kastriertes Tier lässt sich leichter vor den Karren spannen.

  • Lisa commented on the post, living 5 months, 1 week ago

    Wenn ich an das Leben denke, dann frage ich mich, was es genau ist. Bis heute ist nicht ganz klar, wo genau die Grenze oder das Grenzgebiet zwischen belebtem und unbelebtem Leben verläuft. Die Astrobiologen sagen, dass es möglicherweise noch ganz andere Lebensformen gibt. Von Leben spricht man dann, wenn es Fortpflanzung gibt, wenn Wesen sich reproduzieren, nicht genau gleich, aber so ungefähr ähnlich wie sie selbst.

  • Lisa commented on the post, patient 5 months, 1 week ago

    Patienten schleichen über die Flure. Sie haben verbundene Köpfe, sie tragen ihre Arme in Schlaufen, Pantoffeln an den Füßen, lange weiße oder grüne Gewänder um die knochigen Schulter. Wer einmal hier drinnen gelandet ist, der kommt nicht mehr raus. Die Verbände dienen nicht der Heilung. Sie sollen lediglich verhindern, dass die sich auflösenden Körper überall ihre Spuren hinterlassen.

  • Lisa commented on the post, July 5 months, 2 weeks ago

    Im Juli sind die Weizenäpfel reif. Es sind die ersten, sie sind voller Maden und die Wespen sammeln sich, wenn sie verfault sind, und den Boden unter dem Baum bedecken. Frau Krämer kommt dann immer und sucht alle heraus, an denen noch etwas unverfaultes ist, zu Hause schneidet sie sie aus und macht Apfelmus daraus. Das ist sie dann den Rest des Sommers, solange bis es Schimmel ansetzt.

  • Lisa commented on the post, roof 5 months, 2 weeks ago

    Das Dach war rot und der Lack auf den Ziegeln reflektierte das Sonnenlicht. Der erste Sonnentag seit zwei Monaten. Nein, es hatte nicht geregnet, der Himmel war nicht wolkenverhangen gewesen, die Erde hatte sich nur so gedreht, dass wochenlang kein bisschen Sonnenlicht auf diesen Landstrich gefallen war. Fast alle Pflanzen waren verdorrt, auch die Nachtschattengewächse.

  • Lisa commented on the post, higher 5 months, 3 weeks ago

    Es geht immer noch höher und immer noch tiefer. Aber ich weiß nicht, wie sich das steuern lässt. Ich würde sehr gern ein klein wenig höher kommen. Nicht viel, ich nein, ich muss nicht auf den Himalaya, Ballonfliegen oder Hubschrauberfahren reizt mich nicht. Ich würde einfach nur gern bis zum nächsten Bergsee kommen. Sorgenfrei bis zum Monatsende. Einmal an die Ostsee. Mehr verlange ich ja gar nicht.

  • Lisa commented on the post, both 5 months, 3 weeks ago

    Alle beide waren identisch, das kurze Strubbelhaar, die Wollstrumpfhosen unter den Lederröcken, karierte Blusen und ein weißes Halstuch. Das einzige, was sie unterschied, war die Verteilung der grauen Flecken auf dem Halstuch. Maja stand rechts, Sonja stand links. Oder war es umgekehrt?

  • Lisa commented on the post, object 5 months, 3 weeks ago

    Ein Objekt ist etwas, was man hin und her schubsen kann. Man kann es betrachten, es in einem Schrank oder einer Scheune aufbewahren. Man kann es anfassen. Luft ist kein Objekt, Wasser wahrscheinlich auch nicht. Wenn man Wasser allerdings gefrieren lässt und daraus einen Würfel, eine Skulptur oder eine Kugel macht, dann ist es wieder ein Objekt. Komisch.

  • Lisa commented on the post, himself 5 months, 3 weeks ago

    “Himself”, sagte Emma. Hinter ihr brauste das Meer. Um sie herum lagen verrostete Konservendosen, Fischgerippe, aufgedröselte Seile, Muschelscherben und jede Menge Handys, alle voller Wasser und mit trüben Displays. Sie schrie gegen den Wind an: “HIMSELF!!!!”

  • Lisa commented on the post, past 5 months, 4 weeks ago

    “Passt bloß auf, wenn ihr das tut! Ihr wisst ja gar nicht, was da alles passieren kann.” Die Frau in roter Schürze und passendem Kopftuch schüttelte den Wischmopp aus, griff den riesigen langhaarigen Hund am Halsband und zog ihn die Treppe hoch, den Mopp trug sie über der Schulter.

  • Lisa commented on the post, local 5 months, 4 weeks ago

    Lokale schossen wie Pilze aus dem Boden. Nicht mehr nur Lokale zum Kaffee- oder Biertrinken, zum Essen oder zum Dartspielen, zum Tanzen oder um eine Ausflugspause einzulegen. Nein, jetzt gab es plötzlich Lokale zum Kartoffelnschälen, zum Zähneputzen, zum Nickerchenmachen und sogar für den Toilettengang.

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